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KRIEGS- AUSSCHUSS
DER DEUTSCHEN INDUSTRIE
BERLIN.
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DEUTSCHLANDS AUSHUNGERUNG.
Seit einiger Zeit werden wieder einmal in der ganzen Welt Nach- richten über eine angebliche Hungersnot in Deutschland verbreitet. Diese Behauptungen sind nicht neu, und sie werden wohl auch in Zukunft noch ers wieder auftauchen. Sie stammen aus dem Lager der Feinde Deutschlands und werden von ihnen stets dann hervorgesucht, wenn sie statt der mit großem Aufwand von Reklame angekündigten militärischen und diplomatischen Siege schwere Niederlagen erlitten bahen. Dieses Mal verbreitet die englische und französische Presse diese falschen Nachrichten, um den ungünstigen Eindruck zu verwischen, den der militärische Zusammenbruch Serbiens und die Niederlagen der englisch- französischen Balkandiplomatie überall gemacht haben. Um im eigenen Lande den gesunkenen Mut wiederaufzurichten und um bei den nentralen Völkern das eigene, verliehene Prestige mit dem Glanze eines neuen Firnisses zu überziehen, werden übertreibende und unwahre Nach- richten über Deutschland in Umlauf gesetzt.
Die einzige Tatsache, die die Feinde Deutschlands diesmal zur Be. stätigung des Märchens von der deutschen Hungersnot anführen können. liegt darin, daß die in Deutschland eingetretenen Preiserhöhungen für Lebensmittel zn umfassenden Maßnahmen der Bundesregie- rung auf dem Gebiete der Verteilung und der Preisbestimmung für diese Waren Aulaß gegeben haben. Unwahr ist alles, was dabei von Unruhen in Berlin oder anderen deutschen Stadten er- zählt wird. Es ist selbstverständlich, daß in jeder von mehreren Mil- tionen hewohnten Stadt von Zeit zu Zeit einzelne Personen sus Mangel no Selbstbeherrschung Lärmszenen an öffentlichen Orten hervormifen. Das Est sowol in Paris und London wie auch in Berlin der Fall und geschieht ebensogut in Friedens- wie in Kriegszeiten. In Deutschland ist seit Be- ginn des Krieges nur insofern eine Änderung eingetreten, als diese Ruhe- störungen niemals einen Umfang angenommen haben, der sie mit früheren, dann von unseren Feinden stets lächerlich übertriebenen Tumulten auch nur entfernt vergleichen ließe. Wenn sich in und vor einigen Berliner Butterläden laruende Auftritte wegen der Höhe der Preise - wohl ge merkt, nicht wegen des Felilens der Butter abgespielt haben, so lat das nicht die geringste Ähnlichkeit mit den Vorkommnissen in Moskau und Petersburg, wo Häuser zerstört, Menschen erschlagen, Barrikaden gebant, Schutzleute umgebracht und schließlich militärische Hilfsmaßregeln nötig geworden sind.
Die Preissteigerungen, die das in der ganzen Welt bekannte Ein- greifen der deutschen Bundesbehörden veranlaßten, sind eine Folge der Abschneidung Deutschlands vom Weltverkehr. Sie bedeuten nicht, daß Deutschland unfähig ist, aus eigener Kraft die von um benötigten Güter zu erzeugen. Sie bedenten nur, daß hierzu eine gewaltige Umformung der deutschen Erzeugung und Verteilung von Gütern not- wendig ist und daß dabei die Gesetze von Angebot und Nachfrage allein nicht völlig ausgereicht haben.
Früher war es für Deutschland wirtschaftlich, seinem von der Natur begünstigten und mit wissenschaftlicher Gründlichkeit bebauten Ackerland teure Erzeugnisse, wie Zucker, zu entnehmen, um dagegen aus dem Aus-
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